Eine Rose für Yves (AT)

TV- Dokumentation

 

Eine 78 jährige Berlinerin begibt sich mit ihrer 20 jährigen Enkeltochter auf eine Reise nach Frankreich, an die Orte ihrer Kindheit. Am Grab von Yves Montand in Paris, erfährt das Mädchen die Geschichte ihrer Großmutter, die ihr bisher von der Familie vorenthalten wurde.

 

Immer, wenn Andrée nach Paris reist, geht sie zuerst zum berühmten Friedhof Per Lachaise und schmückt das Grab von Yves Montand mit einer großen, strahlenden Rose. Als Dankeschön, wie sie erzählt, dafür dass er als junger Mann die rettenden Papiere geschmuggelt hatte, die ihr zusammen mit anderen jüdischen Kindern eine Flucht in die Schweiz ermöglichten.

 

Andrée Leusink (geb. Leader) wurde 1938 in Paris geboren, als Tochter von Berliner Juden, die in Frankreich ein Exil fanden. Nur ihr Vater, der bekannte DDR Schriftsteller, Stefan Hermlin, überlebte den Krieg. Ihre Mutter Julia starb bereits 1940. Andrée überlebte in verschiedenen Verstecken in Frankreich und durch eine Flucht in die Schweiz. 1949 kehrte sie nach Deutschland zurück. Heute lebt sie als pensionierte Lehrerin in Berlin Wedding. Sie hat drei erwachsene Söhne, eine Tochter und vier Enkelkinder.

 

Miri ist Andrées Lieblingsenkelin. Sie lebt ebenfalls in Berlin und studiert Sozialpädagogik. Obwohl das Verhältnis zu ihrer Großmutter sehr herzlich ist, kennt sie ihre Geschichte nicht. Ihr Vater Thomas (Andrées Sohn) hatte den Holocaust zum Tabu Thema erklärt. Jetzt ergreift Andrée zum ersten Mal die Chance, sich Miri anzuvertrauen.

 

Der Film dokumentiert die einzigartige Begegnung zwischen Großmutter und Enkeltochter während ihrer Reise durch Frankreich. Es wird der erste Schritt zur Annäherung an die Vergangenheit sein, die paradoxer Weise an einigen der schönsten Plätze Frankreichs stattgefunden hat. Andrées Geschichte erzählt zugleich von dem Kapitel französischer Geschichte im Zweiten Weltkrieg und sie steht für die zahlreichen Biographien deutsch – jüdischer Emigranten im Frankreich der 30iger und 40iger Jahre.

 

Der Zuschauer erlebt das Geschehen hautnah aus der Perspektive der Großmutter und der Enkeltochter.